Mit einem Bausparvertrag wird man nicht reich!

Mit einem Bausparvertrag wird man nicht reich!

“Oma, eine Kollegin hat seit drei Jahren einen Bausparvertrag und bekommt vom Arbeitgeber etwas dazu. Soll ich das auch machen und warum hat mir das keiner gesagt?”

Hier werden zwei Dinge durcheinander geworfen. Vermögenswirksame Leistungen und ein Bausparvertrag.

In meiner Jugend war der Bausparvertrag die angesagte Sparform konservativer Eltern. Damit hat man das Grundkapital für ein eigenes Haus zusammengespart. Es war sicher und manchmal gab es auch staatliche Zuschüsse.

Wie funktioniert den nun dieser Bausparvertrag?

Du suchst dir eine Bausparkasse und schliesst einen Sparvertrag über z.B. 10.000 Euro ab. Da freut sich der Versicherungsvertreter, weil er sofort die Prämie von 300€ sofort selbst kassiert.

Danach sparst du jeden Monat eine Summe an, durch die du in sechs bis sieben Jahren mindestens die Hälfte der abgeschlossenen Summe zusammen hast. In unserem Beispiel wären das dann 70 bis 100 Euro. Für dein gespartes Geld bekommst du in der Regel weniger Zinsen als es auf einem Sparbuch der Fall wäre. Ok, im Moment ist weniger von nichts auch nichts, aber früher war das schon relevant.

Nach sechs Jahren hast du also so 5.000€ zusammengespart. Du hast jedes Jahr eine Bewertungszahl zugesandt bekommen und endlich ist der lang ersehnte Brief gekommen, dass der Vertrag zuteilungsreif ist.

Zuteilungsreif heißt, du könntest über dein Geld verfügen, wenn, ja wenn die Bausparkasse sagt, Sie gibt es dir jetzt. Du hast keinerlei Einfluss darauf, wann dies geschieht. Es können 2 Monate sein, aber auch ein Jahr.

Es gibt nunmehr zwei Möglichkeiten, was du mit deinem Vertrag und dem Gels machst:

  1. Du beantragst auf die Differenz zur abgeschlossenen Bausparsumme ein Darlehen. Die Kasse hat dir schließlich versprochen, die Kreditzinsen seien niedriger als bei einem normalen Kreditvertrag.

2. Du lässt dir das Geld auszahlen

Punkt 1 ist in heutigen Zeiten irrelevant. Die Bauzinsen sind historisch niedrig und die Bausparkassen können auch nicht noch niedriger gehen. Ausserdem schau mal in die Vertragsbedingungen. Meist darfst du das Geld für das Darlehen nicht für ein neues Auto ausgeben sondern zwingend für Wohnzwecke.

Punkt 2 ist schön, aber wie schon erwähnt, weißt du nicht genau, wann das Geld auf dem Konto landet.

Jetzt rechne mal nach: Du hast für dein Spargeld fast keine Zinsen bekommen und dafür noch eine Provision von 300€ gezahlt. Ein Sparbuch wäre ertragreicher gewesen.

Rate ich dir zu einem Bausparvertrag? Nein!

Aber es gibt ein paar Gründe, warum man trotzdem so einen Vertrag abschließen mag:

  • Dein Geld ist so sicher wie auf einem Sparbuch
  • Du kannst es mit vermögenswirksamen Leistungen kombinieren (das geschenkte Geld vom Arbeitgeber)
  • Du erhälst vielleicht eine Bausparprämie vom Staat (wenn dein Gehalt nicht zu hoch ist)
  • Du bekommst eventuell eine Sonderförderung für junge Leute unter 25.
  • Du kannst es mit einem Riestervertrag kombinieren und die Rister Zuschüsse des Staates damit kombinieren.

Die Zuschüsse sind manchmal mit viel Bürokratenarbeit verbunden, aber das sollte einem das Geschenk wert sein.

Alles zusammen kann dazu führen, dass der Bausparvertrag eine höhere Rendite als ein Sparbuch hat. Wenn du einfach dein Geld sicher anlegen willst, du dir keine Sorgen machen willst und dich mit einer sehr geringen Rendite zufrieden geben willst, dann greife zu.

BilliMar

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